Trauben
 
 
 
 
Prof. Dr. Dr. h.c. em. Gerhardt Alleweldt
Prof. Dr. Dr. h.c. em. Gerhardt Alleweldt

 

Rebsorte Regent

Der Regent ist eine rote Rebsorte, die gegenüber bedeutenden Pilzkrankheiten der Rebe eine große Toleranz besitzt, insbesondere gegen Peronospora (auch Falscher Mehltau der Weinrebe genannt). Zwischen 60 und 80 Prozent des Pflanzenschutzaufwandes können so entfallen.
Der Regent ist eine Neuzüchtung (1967 Kreuzung zwischen Diana (Silvaner x Müller-Thurgau) und Chambourcin) und erhielt erst 1995 die deutsche und im Jahr 1996 die europäische Sortenzulassung. Die Züchtung geht auf Gerhardt Alleweldt zurück und wurde am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof entwickelt. Sie gehört zur Zeit (Stand 2008) zu den bedeutendsten pilzwiderstandsfähigen Qualitäts-Rebsorten weltweit und liefert farbintensive, kräftige Rotweine. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in Deutschland und umfasst rund 2 % der deutschen Rebfläche (2,047 ha / Statistisches Bundesamt, stand 31.07.2012).

Regent – Weinqualität

Die Rebsorte REGENT liefert farbintensive Rotweine mit viel Körper und ausgeprägter Tanninstruktur. Durch die moderaten Säurewerte entsteht ein milder samtiger Rotwein. Aromen von Kirschen oder Johannisbeeren erinnern an einen renommierten südländischen Rotwein. Der fruchtige Weintyp mit einem schmeckbaren Tanningerüst wird auch im Barrique ausgebaut.

Regent – Der Züchter

Bereits Mitte der 20er Jahre pflanzte Peter MORIO die ersten Sämlinge aus sogenannten "interspezifischen Kreuzungen" aus und leitete somit die Resistenzzüchtung am Geilweilerhof ein. Nach dem Krieg hat der langjährige Leiter des Instituts, Prof. Dr. Bernhard HUSFELD, die Resistenzzüchtung in den Mittelpunkt seiner züchterischen Arbeiten gerückt und bis zu seinem Tod im Jahre 1970 eine breite genetische Basis für die weitere Entwicklung dieser Zuchtrichtung geschaffen.
Prof. Dr. Dr. h.c. em. Gerhardt ALLEWELDT erkannte schon sehr bald nach dem Beginn seiner wissenschaftlichen Tätigkeit am Geilweilerhof im Jahre 1956 die Bedeutung der Resistenzzüchtung und deren zukunftsweisende Perspektive für den deutschen Weinbau. Mit der Übernahme der Leitungsfunktion hat er die züchterische Zielsetzung seines Vorgängers konsequent beibehalten, jedoch neue Akzente in der Zuchtarbeit gesetzt. Dies war zum einen die völlige Abkehr von den Direktträgern, also die Konzentration auf die Entwicklung pilzresistenter Edelreissorten, die gepfropft werden müssen. Zum anderen hat Professor ALLEWELDT auf das sogenannte Plasmoparasieb verzichtet und damit eine wesentliche Verbreiterung der genetischen Basis qualitätsorientierter Genotypen mit Pilzresistenzeigenschaften geschaffen. Im Rückblick lässt sich heute sagen, dass diese Neuausrichtung entscheidend zu dem heutigen hohen Stand der Resistenzzüchtung am Geilweilerhof beigetragen hat.

Sowohl national als auch international hatte sich Professor ALLEWELDT immer mit sehr großem Engagement für die Belange der Resistenzzüchtung eingesetzt. Zu seinen großen Verdiensten zählt, dass es ihm stets gelang, im politischen Umfeld die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der Raum und die Ressourcen für eine erfolgreiche Züchtung gegeben waren.

Bekanntestes Beispiel der züchterischen Arbeiten von Professor ALLEWELDT am Geilweilerhof ist die Rebsorte REGENT, die mit seinem beruflichen Ausscheiden im Jahre 1995 an der Schwelle der Markteinführung stand. Mittlerweile hat REGENT in Deutschland eine Anbaufläche von 2190 ha (Stand 2007) erreicht. Diese Entwicklung dokumentiert die Akzeptanz der Rebsorte REGENT sowohl bei Winzern als auch bei Verbrauchern, aber auch der Resistenzzüchtung im Allgemeinen. Wenn heute mehr sachlich und weniger emotional über pilzresistente Rebsorten diskutiert wird, so ist dies in hohem Maße das Verdienst von Professor ALLEWELDT.

Regent – Anbauentwicklung

In Deutschland, dem Haupt-Verbreitungsgebiet von Regent, ist 2 % der Rebfläche mit Regent bestockt. Der Anbauschwerpunkt liegt in Rheinhessen, Pfalz und Baden. Von 1997 auf 1998 stieg die bestockte Regent - Rebfläche von 70 auf 178 Hektar. 2012 betrug die Anbaufläche bereits 2047 ha.

Mittlerweile gibt es schon kleinere Pflanzungen in vielen Ländern Europas. In England hat Regent eine Anbaufläche von 15 ha und in der Schweiz eine Fläche von 41 ha erreicht (Stand 2007). Selbst in den Niederlände, wo schon 180 Winzer eigene Wein produzieren, wird die Rebsorte mit guten Ergebnisse angepflanzt.

Entwicklung der Regent-Anbaufläche

Geschichte der Rebsorte

1967 Kreuzung: DIANA (B) x CHAMBOURCIN (N)
Anmerkung: (B) = blanc,
(N) = noir
1969 Auspflanzung ins Sämlingsquartier
1972 Selektion des Einzelstocks
1973 Übernahme in die Vorprüfung
1981 Übernahme in die Zwischenprüfung
1985 Erstellung der ersten Versuchsanlage
1989 Anmeldung zum Sortenschutz und zur Eintragung in die Sortenliste
1994 Erteilung des Sortenschutzes
1995 Eintragung in die Sortenliste
1996 Zulassung zur Qualitätsweinproduktion; Klassifizierung für rheinland-pfälzische Anbaugebiete Erteilung des europäischen Sortenschutzes
1997 Klassifizierung für Baden und Württemberg
1998 Klassifizierung für Rheingau und Hessische Bergstraße
1999 Klassifizierung für bayrische Anbaugebiete
2000 Klassifizierung für Sachsen-Anhalt
2001 Klassifizierung für Sachsen
Anbaufläche von REGENT in Deutschland: 2150 ha (Stand: 2005)
bundesweit an 6. Stelle und im Land Rheinland-Pfalz an 4. Stelle des Rotweinanbaus